Förderung einer kompetenz- und studierendenorientierten Lehre an ukrainischen Hochschulen und Universitäten

 

Das vom Auswärtigen Amt geförderte Projekt unterstützt die Transformations- und internen Integrationsprozesse in der Ukraine durch die Stärkung einer zukunftsorientierten Hochschullehre und deren Orientierung an internationalen Standards der Hochschuldidaktik.

Im Mittelpunkt steht die Förderung einer kompetenz- und studierendenorientierten Lehre durch die hochschuldidaktische Qualifizierung von ukrainischen Lehrenden und deren Vernetzung untereinander sowie mit Lehrenden aus Sachsen.

 

 

 

Projektpartner des HDS ist die Kiewer Drahomanov-Universität und die Gesellschaft für Europäische Bildung und Wissenschaft in der Ukraine.

 

Folgende Maßnahmen wurden bisher umgesetzt:

1. Konzeption und Durchführung einer Fachtagung in Kiew für über 160 Lehrende aus dem ganzen Land mit dem Ziel der hochschuldidaktischen Basisqualifizierung der Teilnehmenden und Vernetzung von hochschuldidaktischen Multiplikator_innen in der Ukraine (30./31. Oktober 2017)

2. vertiefende Fachworkshops zu hochschuldidaktischen Themen und Vernetzungstreffen zwischen ukrainischen und sächsischen Lehrenden in Leipzig mit dem Ziel der länderübergreifenden Vernetzung von hochschuldidaktischen Multiplikator_innen (7.–10. November 2017)

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Fachtagung in Kiew

Im Rahmen einer internationalen Fachtagung in Kiew zum Thema NEW CONCEPTS OF TEACHING. INNOVATIVE EUROPEAN DIDACTICS am 30./31.Oktober 2017 boten Hochschuldidaktikerinnen aus Sachsen Workshops zu unterschiedlichen Aspekten einer studierenden- und kompetenzorientierten Lehre an und traten in den Austausch mit ukrainischen Kolleg_innen. Das Programm wurde ergänzt durch Workshops von ukrainischen Lehrenden, um good-practice Beispiele vor Ort sichtbar zu machen, z.B. im Bereich Fremdsprachendidaktik und E-Learning. Die Tagung wurde von über 160 Lehrenden aus der gesamten Ukraine besucht. Die Teilnehmenden hoben insbesondere die offene Diskussionsatmosphäre und den konstruktiven Austausch positiv hervor. Im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussionen wurden

 

aktuelle Herausforderungen bezüglich der Umsetzung von Hochschulreformen und der Verbesserung der Lehrqualität besprochen. Die Ergebnisse der Diskussion sollen in einem offenen Brief an hochschulpolitische Akteure und Hochschulleitungen kommuniziert werden.

 

Das Programm der Tagung in Kyiv auf Deutsch und Ukrainisch findet sich hier:

Programm Deutsch

Programm Ukrainisch

 

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Workshops und Vernetzungstreffen in Sachsen

 

Vom 7. bis 11. November 2017 waren neun ukrainische Prorektorinnen, Professorinnen und Dozentinnen aus Kiew, Odessa, Kryvih Rih und Nishyn am Hochschuldidaktischen Zentrum Sachsen (HDS) zu Gast.

 

Im Mittelpunkt des Aufenthalts standen die Teilnahme an hochschuldidaktischen Workshops sowie Vernetzungstreffen mit Lehrenden und Hochschuldidaktiker_innen. Die Gruppe lernte neben dem HDS Schlüsselakteure der Hochschuldidaktik an der Universität Leipzig und der Hochschule Mittweida kennen, unter anderem die LaborUniversität, das Tutoring-Kolleg sowie das sachsenweite Verbundprojekt „Lehrpraxis im Transfer plus“. Die Gäste hatten zudem Gelegenheit, sich mit dem Prorektor für Bildung und Internationales der Universität Leipzig, Prof. Dr. Thomas Hofsäss, über das deutsche Hochschulsystem auszutauschen.

 

Die Workshops und Gespräche haben den ukrainischen Hochschullehrenden in vielfältiger Weise verdeutlicht, wie gute Lehre in Sachsen gefördert wird. Für die ukrainische Projektpartnerin Svitlana Ivanenko von der Drahomanov-Universität war besonders beeindruckend, „dass in den hochschuldidaktischen Angeboten, die mit den Lehrenden an der Universität Leipzig durchgeführt werden, Angehörige verschiedener Struktureinheiten der Universität und mit unterschiedlichem akademischen Status gemeinsam Ideen entwickeln und umsetzen, um gute Lehre nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch-didaktisch und organisationell zu verwirklichen“. Durch diese Form der Zusammenarbeit werde ein vollkommen anderer Blick auf die eigene Lehre möglich.

 

Die Übertragbarkeit von Formaten, wie zum Beispiel dem Tag der Lehre oder die Qualifizierung von Tutor_innen, auf den ukrainischen Hochschulkontext wurde intensiv diskutiert. Eine wichtige Erkenntnis der Gäste war, dass ukrainische Hochschulleitungen den Bologna-Prozess teilweise „kreativ umdeuten“ und internationale Standards umgehen, um spezifische Elemente des traditionellen (post-sowjetischen) Hochschulsystems zu bewahren. Natalia Ishchenko, Prorektorin der von Simferopol nach Kiew verlegten Taurischen Universität, verwies auf die komplizierte Lage von Universitäten, die vor dem Hintergrund der russischen Intervention ihre Hochschulstandorte in der Ostukraine und auf der Krim verlassen mussten und jetzt andernorts unter improvisierten Bedingungen ihre Arbeit fortsetzen.

 

Im Abschlussworkshop zeigten sich die Gäste hochmotiviert, die Impulse aus Leipzig in die eigenen Hochschulen zu tragen und aktiv an der Verbesserung der Lehrqualität und Modernisierung des ukrainischen Hochschulsystems mitzuwirken.


 

Projektverantwortliche und Ansprechpartnerin im HDS 

Kathrin Franke (franke(at)hd-sachsen.de)

Gefördert vom

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