Mündliche Prüfungen haben viele Vorteile. Sie machen es einfacher, das Wissen der Studierenden umfassend zu beurteilen. Sie haben jedoch auch einen Nachteil und das sind die unbewussten Vorurteile, die die Prüfenden eventuell haben. Unbewusste kognitive Verzerrungen beeinflussen unser Denken, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Sie sind tief in unserem Unterbewusstsein verankert und wirken sich darauf aus, wie wir andere Menschen wahrnehmen. Ohne, dass wir es merken, beeinflussen sie, wen wir sympathisch finden und wen nicht und auch wie wir Leistung bewerten. Unconscious Biases sind automatische, mentale Abkürzungen, die unser Gehirn verwendet, um Informationen im Alltag schnell zu verarbeiten. Das kann viele nützliche Auswirkungen haben, kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen, insbesondere wenn Stereotypen zu Grunde liegen und einen offenen Umgang mit Vielfalt verhindern. Insbesondere in Gesprächssettings können Stereotype zu unbeabsichtigten Beurteilungsfehlern führen, zum Beispiel in Bezug auf Gender, Alter, Hautfarbe oder Sexualität. Anti-Bias-Strategien können negative Auswirkungen minimieren helfen. Im Workshop werden die (neuro-)wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Unconscious Bias vermittelt und in Gruppen- und Einzelarbeit Reflexionseinheiten angeleitet.
Zwischen den Online-Terminen findet eine Transferphase mit einer Aufgabenstellung im Umfang von 3 AE statt.
Lernziele
Die Teilnehmenden sind in der Lage ...
die Entstehung des Unconscious Biases zu erklären.
die Arten und Kategorien von Unconscious Biases zu unterscheiden.
Maßnahmen abzuleiten, um die negativen Auswirkungen von Unconscious Biases zu minimieren.
verschiedene Formen von Biases zu unterscheiden (Performance Bias, Viewing Bias und Valuing Bias).
Anti-Bias-Strategien einzusetzen.
die Durchführung von mündlichen Prüfungen und der Leistungsbeurteilung zu analysieren und entsprechend zu gestalten.
Kursleiter:in
Dr. Isabel Fraas