Veranstaltungen

06.11.25

Wie können Prozesse der Curricumlumentwicklung (CE) hochschuldidaktisch wirksam begleitet werden? Um dieser und weiteren Fragen nachzugehen, trafen sich vom 24. bis 26.09.2025 elf Hochschuldidaktiker*innen aus drei Universitäten und drei Hochschulen, um miteinander über ihre Erfahrungen bei der Begleitung von CE-Prozessen ins Gespräch zu kommen. Ziel war es, eigene Praxisbeispiele in Form von sogenannten „CE-Pattern“ festzuhalten. Eingeladen hatte das Projekt Patternpool für Innovationen in der Lehre der TH Köln, welches von 2023-2026 durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert wird. Auf der Plattform patternpool.de werden in Form von Patterns Lösungsansätze für Fragestellungen rund um Lehren und Lernen sichtbar gemacht. Der Begriff Pattern steht hierbei für didaktische Entwurfsmuster – bewährte Lösungen aus der Hochschullehre und Hochschuldidaktik, die nach einem festen Schema beschrieben werden, um sie für Dritte nachvollziehbar und adaptierbar zu machen.

Pattern Mining – Pattern schreiben – Writers Workshop
Ein Schreibretreat besteht aus drei wesentlichen Elementen, die im Folgenden kurz vorgestellt werden, um nachvollziehen zu können, wie es möglich wird, in kurzer Zeit fokussiert an einem Thema zu schreiben. Das HD-Pattern-Schreibretreat bot den Teilnehmenden ein intensives Arbeitsformat, das auf drei zentralen Elementen aufbaute: Pattern Mining, Pattern Schreiben und Writers Workshop. Diese Struktur schuf den Rahmen dafür, konzentriert an komplexen Fragestellungen zu arbeiten und praxisnahe Muster zu entwickeln.

  1. Pattern Mining
    Der Auftakt drehte sich um das Entdecken möglicher Muster (sog. Pattern). Ausgangspunkt waren Leitfragen, die zunächst individuell beantwortet und anschließend im Plenum gesammelt wurden:
    •    Welche Herausforderungen bestehen bei der Begleitung von CE-Prozessen?
    •    Welche Rahmenbedingungen fördern oder erschweren CE-Prozesse?
    Das anschließende Clustern der Erfahrungen machte erste Muster sichtbar, die in größere Zusammenhänge eingeordnet werden konnten – der eigentliche Schritt des Pattern Minings. Dabei zeigte sich, wie vielfältig die Herangehensweisen an die Begleitung an den beteiligten Hochschulen sind. Es entstand ein facettenreiches Bild mit vielen wertvollen Anknüpfungspunkten für die weitere Bearbeitung.

  2. Pattern schreiben
    Am zweiten Tag stand das eigene Schreiben im Mittelpunkt. Jede*r Teilnehmende wählte ein Thema, zu dem ein Pattern-Entwurf erstellt wurde. Ich selbst arbeitete an einem Pattern zum Thema Didaktische Planungsmatrix | Prototypische Konzeption einer Lehrveranstaltung. Wenngleich wenn dieses Konzept noch nicht erprobt, sondern erst in der Entwicklung ist, eröffnete die strukturierte Herangehensweise neue Perspektiven:
    •    der Kontext meines Themas wurde geschärft,
    •    das zugrundeliegende Problem präziser herausgearbeitet und
    •    erste Ideen zur Weiterentwicklung der Planungsmatrix entstanden.
    Besonders bereichernd waren die Austauschphasen in Kleingruppen und im Plenum. Die fachkundige Begleitung durch Marit Vissiennon, Christian Kohls und Vivian Kowalzik aus dem Projektteam bot wertvolle Rückmeldungen und half dabei, den roten Faden zu halten. So verging denn auch die Zeit bei maximaler Produktivität wie im Flug.

  3. Writers Workshop
    Der letzte Tag war einem kollegialen Feedbackprozess gewidmet. Zwei Entwürfe wurden im strukturierten Writers Workshop-Format vorgestellt. Während die Autor*innen zunächst im Hintergrund blieben (Fly on the wall), sprachen die anderen über Stärken und Entwicklungspotenziale der Entwürfe. Dieses Format ermöglichte es, Rückmeldungen aufzunehmen, ohne in Verteidigungen oder Erklärungen zu gehen. Neben produktiven Textüberarbeitungen ist auch ein wertvolles Netzwerk entstanden – mit Kolleg*innen, die künftig gegenseitig, kollegiales Feedback geben möchten.

Fazit: Pattern erweisen sich als hilfreiches Instrument, um die zentralen Bausteine in der Begleitung von CE-Prozessen gezielt zu beschreiben und nachvollziehbar zu machen.

Das Retreat hat eindrücklich gezeigt, wie produktiv ein gut strukturiertes Format für das gemeinsame Schreiben sein kann – insbesondere bei komplexen Themen wie der Begleitung von Curriculumetnwicklung. Es wurde deutlich, wie sich Erfahrungen mithilfe von Patterns systematisch dokumentieren, sichtbar machen und für andere nutzbar gestalten lassen. Gleichzeitig eröffnen sie neue Perspektiven auf die eigene Praxis: so bot das Format die Gelegenheit, mein Thema vertieft zu reflektieren und die didaktische Planungsmatrix bereits während des Schreibens gezielt zu verschlanken und stärker auf zentrale Kontexte sowie die zuvor herausgearbeiteten Probleme auszurichten.

 

Lust bekommen, selbst ein Pattern zu schreiben?
Weitere Informationen und zahlreiche Beispiele findet Ihr auf der Plattform patternpool.de. Dort können eigene Beiträge eingereicht, bestehende Patterns kommentiert und neue Ideen entwickelt werden.

 

Fotocredits: © Marit Vissiennon & Mandi Strambowski

Autor:in

Mandi Strambowski

mandi.strambowski@uni-leipzig.de