Veranstaltungen
28.11.25
Demokratie als Bildungsauftrag der Hochschule
Am 30. Oktober 2025 fand an der Ruhr-Universität Bochum das Symposium Teach4Democracy statt – ein Forum für Lehrende und Hochschuldidaktiker*innen, dass sich der Frage widmete, wie Hochschulen Orte demokratischer Bildung bleiben und werden können.
Das Symposium wurde gemeinsam von der Hochschuldidaktik Sachsen (HDS) und dem Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum veranstaltet und umfasste mehrere Vorträge, Workshops und Diskussionen zum Thema. Aus meist verschiedenen fachlichen Perspektiven gingen die Vortragenden und Teilnehmenden der Frage nach, wie Lehre zur Förderung demokratischer Werte beitragen und Partizipation im Hochschulalltag gestärkt werden kann.
Thema: Mit 8 Thesen zur Demokratiebildung in Studium und Lehre wurde das Symposium durch Dr. Peter Salden und Prof.in Dr.in Claudia Bade eingeleitet und der Raum für drei Perspektiven auf die Demokratiebildung an Hochschulen in Form von Impulsvorträgen geöffnet: Perspektive der Hochschulleitung: Prof. Dr. Christoph Meyer (Hochschule Mittweida) erinnerte daran, dass Wissenschaft immer gesellschaftliche Verantwortung trägt. Lehrende seien Multiplikator*innen demokratischer Werte, und Hochschulen sollten Studierende stärker in Entscheidungsprozesse einbeziehen – besonders dort, wo sie gesellschaftlich wirken können.
Perspektive der Forschung: PD Dr.in Britta Brehm (Institut für Hochschulforschung an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg) zeigte, dass es bislang kaum empirische Studien zur Wirksamkeit von Demokratiebildung an Hochschulen gibt. Sie rief dazu auf, gesellschaftliche und demokratische Verantwortung als Teil von Studienerfolg zu begreifen – gerade angesichts der Erosion demokratischer Werte weltweit.
Perspektive der Praxis: Prof. Dr. Malte Schophaus (Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen) betonte, dass demokratische Lehre eine Frage der Haltung ist. Auf Grundlage von Carl Rogers’ Konzepten stellte er Empathie, Wertschätzung und Echtheit als Kernbedingungen lernfördernder Beziehungen heraus.
Im Workshop von Mariane Liebold, Beatrice Hartung und Dr. Thomas Gloy der HDS standen die Phänomene Abwertung und Ausgrenzung im Hochschulalltag und ihre Folgen für Lehr- und Lernprozesse sowie Chancengerechtigkeit im Fokus. In einem geschützten Rahmen tauschten sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Erfahrungen und Situationen aus und diskutierten anschließend entlang ausgewählter Beispiele verschiedene Möglichkeiten zur Systematisierung und Analyse. Abschließend wurden Good Practice-Beispiele und Ideen zum Umgang mit Diskriminierung in der Hochschullehre gesammelt.
Der Workshop zeigte eindrücklich, wie facettenreich sich die mit Diskriminierung einhergehenden Herausforderungen auch im Rahmen der Hochschullehre gestalten und wie komplex und vielschichtig daher auch Präventions- und Interventionsstrategien sein müssen, die für ein demokratisches Miteinander und den Erhalt gewaltfreier Diskursräume unerlässlich sind. Der Grundstein für eine gemeinsame Strategiensammlung wurde gelegt.
Gemeinsam Demokratie gestalten
Das Symposium Teach4Democracy machte deutlich, dass demokratische Bildung zentraler Bestandteil akademischer Lehre ist. Demokratie zu lehren bedeutet, Räume des Dialogs und der Verantwortung zu schaffen – im Seminar, auf dem Campus und in der Gesellschaft.
Für die HDS bleibt diese Aufgabe ein wichtiger Schwerpunkt: Lehrende zu unterstützen, die demokratische Werte nicht nur vermitteln, sondern im Lehralltag erlebbar machen.
Weitere Informationen und das Programm finden sich auf der Website der Veranstalter*innen: Teach4Democracy Symposium.
Das 2. Symposium Teach4Democracy findet am 9. November 2026 in Leipzig statt.
Fotocredits: © Julia Becker | Zentrum für Wissenschaftsdidaktik
Ein weiterer Blog-Artikel des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum



