Veranstaltungen

14.12.22

Es ist nun schon wieder einen guten Monat her: Teilnehmende aus Sachsen, Deutschland und dem europäischen Ausland reflektierten und diskutierten über Theorie, Praxis und Imagination von Lernräumen beim HDS.Forum. Genauso engagiert sprachen und staunten sie beim DHS.Fachtag über die Vielzahl der Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Kombination zweier großer Veranstaltungen war durchaus ein Experiment, auch die Formate hatten zum Teil experimentellen Charakter. Alles in allem würden wir sagen: Experiment mehr als geglückt. Beide Veranstaltungen und deren unterschiedliche Formate gingen kollegial und formatübergreifend Hand in Hand.

Rückblickend freuen wir uns besonders über die beiden inspirierenden Keynotespeakerinnen beim HDS.Form. Der DHS.Fachtag bestach vor allem durch authentische und multiperspektivische Einblicke in das Projekt „Digitalisierung der Hochschulbildung in Sachsen“. Darüber hinaus waren wir vom Engagement und von der Diskussionsfreude der über 160 angemeldeten Teilnehmer:innen begeistert.  

Werfen wir gemeinsamen einen Blick zurück: Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Double-Feature: am späten Dienstagnachmittag begann die Pre-Conference mit dem Forschungskolloquium des HDS und dem kurzen Abend des Scheiterns beim DHS.Fachtag. Schaute man im Forschungskolloquium auf das Papier des Wissenschaftsrats zu einer besseren Lehrpraxis in der Zukunft, ließ der DHS.Fachtag Stolpersteine und Fehltritte in der Lehre anekdotisch Revue passieren. Hier bewahrheitete sich wieder einmal: besonders fruchtbare Impulse zur Weiterentwicklung werden aus dem Scheitern und der folgenden Reflexion gezogen. Scheitern ist also Lerngelegenheit, Chance sowie notwendiger Bestandteil einer gelungenen Zukunft.

Die gelungene Gegenwart wurde im Show & Tell am Mittwochmorgen vor Augen der Zuhörer:innen geführt. Hier kamen Lehr-Lernprojekte von Digital Fellows und Veränderungsvorhaben von Digital Change Agents aus unterschiedlichsten Disziplinen (von digitaler Kompetenzvermittlung über deren curriculare Verankerung bis zu hybrider Praxisforschung) zur Sprache und konnten gemeinsam in verschiedenen Sessions betrachtet und diskutiert werden.

Danach wartete mit der Keynote ein erster Höhepunkt auf die Teilnehmer:innen und Organisator:innen der Tagung: Dr.in Lennie Scott-Webber aus den USA sprach zur Frage einer lernförderlichen Lernraumgestaltung. Das zentrale, persönliche Fazit aus ihrem Vortag war: Mag lernförderliche Lernraumgestaltung zwar eine komplexe und vielschichtige Angelegenheit sein, aber nichtsdestotrotz können durch kleine Veränderungen auf der Mikroebene durch jede:n Einzelne:n große Effekte erzielt werden; vorrangig dann, wenn alle Akteure der Hochschule einbezogen werden.

Die engagierten Diskussionen in den thematisch anschließenden Diskussionsforen zeugen davon, dass Dr.in Scott-Webber neuralgische Punkte getroffen hat. Genauso schnell wie die 90 Minuten in den Diskussionsforen vergingen, waren die vorbereiteten Concept Boards gefüllt, die einen Einblick in die Vielfalt und Breite der Diskussionen geben.

Den Abschluss des Tages bildete das Abendevent des DHS.Fachtages, bei dem der Rollenvielfalt in der digital gestützten Lehre spielerisch auf den Grund gegangen wurde. Gemeinsam wurden Quartettkarten, die im Sommer gemeinsam mit verschiedenen Akteur:innen des Projekts DHS erarbeitet worden waren, präsentiert und auf verschiedenen Wegen erprobt: mit „Wer bin ich?“ und „Bingo“ seien an dieser Stelle nur zwei der getesteten Einsatzmöglichkeiten erwähnt.

Der dritte und letzte Tagungstag startete mit einer weiteren hochspannenden Keynote. Prof.in Dr.in Katja Ninnemann – die einzige Hochschullehrende in Deutschland mit dem Forschungsfeld „Lernraum“ in der Denomination – sprach über ihre Forschungsperspektive auf Lernräume. Sie zielte in ihrem Vortrag auf die Verbindung, ja Integration, von virtuellem und materiellem Raum ab. Dabei betonte sie, dass beide Dimensionen inzwischen untrennbar miteinander verschränkt sind und die daraus folgende Interdependenz.

Im Anschluss hatten die Teilnehmenden erneut die Möglichkeit, Thesen und Fragestellungen, die in der Keynote aufgeworfen wurden, in Diskussionsforen zu vertiefen. Das HDS.Forum kulminierte an diesem Tag in seinem letzten Akt – der Podiumsdiskussion. Dr.in Claudia Bade (wissenschaftliche Leiterin der HDS.Geschäftsstelle) diskutierte mit Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht (Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Sachsen), Prof.in Dr.in Katja Ninnemann sowie Leonie Ackermann (Vertretung des freien zusammenschlusses von student*innenschaften (fsz) und Delegation in der European Students’ Union (ESU)) noch einmal die zentralen Einsichten und Essenzen der Tagung. 

Den passenden Schlusspunkt der kombinierten Tagung setzte erneut das Projekt DHS mit seinem Barcamp. Hier traten Akteur:innen an der Schnittstelle zwischen Lehre, Forschung und Administration in den Austausch, wie Lehr- und Lernkultur im digitalen Zeitalter aus der Perspektive des Third Space – aus Sachsen und darüber hinaus – (mit-)gestaltet werden können.

 

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den regen Austausch und schauen mit Vorfreude auf das kommende Jahr und die damit verbundenen, neuen Gelegenheiten, um an die Diskussionen und Erkenntnisse des Events anknüpfen zu können.

Autor:in

Dr. Thomas Gloy & Dominic Dives