Das Digital Change Agent Programm ist ein Multiplikator:innenprogramm zur Ausbildung von Berater:innen und Begleiter:innen für Change-Prozesse an den sächsischen Hochschulen, welche durch die zunehmende Digitalisierung der Hochschullehre bedingt sind. Digital Change Agents bilden zukünftig ein Netzwerk qualifizierter und engagierter Hochschulakteur:innen, welche die digitale Hochschulbildung in Sachsen vorantreiben, indem sie Digitalisierungsprozesse v. a. auf Ebene der Studienorganisation verankern.

FAQ

__Welche Voraussetzungen muss ich für eine Teilnahme am Digital Change Agent Programm erfüllen?

Eine Anmeldung zum Digital Change Agent Programm ist ausschließlich nach hochschulinterner Nominierung von Personen durch die jeweilige Hochschulleitung möglich.

Mit der Ernennung durch die Hochschulleitungen erhalten die Teilnehmenden das Mandat, Vorhaben im Bereich digitaler Hochschulbildung nachhaltig in die Strukturen der sächsischen Hochschulen einzubinden bzw. diese Strukturen beratend und begleitend auszugestalten sowie darüber sowohl hochschulintern als auch hochschulübergreifend zu kommunizieren.

__Wer kann für die Teilnahme am Digital Change Agent Programm nominiert werden?

Potentielle Digital Change Agents (DCA) gehören den staatlichen sächsischen Universitäten, den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie den Kunst- und Musikhochschulen an, müssen aktiv an Schnittstellen der Lehrorganisation sowie bei der Veränderung von Studium und Lehre beteiligt sein und sich mind. einer der folgenden Zielgruppen zuordnen lassen. Die Auflistung stellt zugleich eine Priorisierung dar:

  1. Lehrende, die in ihren Veranstaltungen digitale Innovationen umsetzen sowie über nachgewiesene Kompetenzen bzw. Erfahrungen im Bereich digitaler Lehre verfügen und hochschul-/fakultätsweit bereits in Erscheinung getreten sind
  2. Lehrende mit Studiengangs- und/oder Modulverantwortung
  3. Studiengang- und/oder E-Learning-Beauftragte
  4. Fakultätsleitungen, Studiendekan:innen
  5. Mitarbeitende der Hochschulverwaltung, z. B. Abteilungen für Studium und Lehre, Prüfungsämter, Stabsstellen für Qualitätsmanagement, Referate für Akkreditierung, Justitiariate, Datenschutzbeauftragte, Rechenzentren
  6. Mitarbeitende in lehrunterstützenden Einrichtungen („Third Space“), z. B. Hochschul- und Mediendidaktik, E-Learning-Services

Eine Nominierung von Mitarbeitenden aus den Bereichen Verwaltung/Third Space ist demnach möglich, muss jedoch mit Blick auf deren Einbindung in Entwicklungsprozesse im Bereich der grundständigen Lehre auf studienorganisatorischer Ebene begründet werden.

__Welche weiteren Kriterien können zu einer Nominierung führen?

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die DCA nach Absolvieren des Programms eine Breitenwirkung innerhalb der sächsischen Hochschullandschaft entfalten, zeichnen sich potentielle Teilnehmende idealerweise zusätzlich dadurch aus, dass sie

  • Angebote, die auf Entwicklung und Transfer zielen, bereits genutzt haben (z. B. Formate des HDS: Shortcuts, Facharbeitskreise, Fellowships, Teaching Hacks).
  • sich bereits in bestehenden Netzwerken (z. B. hochschulinterne/-übergreifende Netzwerke, LehreN, Hochschulforum Digitalisierung), hochschulinternen Gremien (z. B. Fakultätsräte, Kommissionen, Ausschüsse) oder auch informelleren Arbeitsgruppen engagieren.

__Was bedeutet es, nominiert zu werden?

Digital Change Agents (DCA) erhalten das Mandat von ihren Hochschulleitungen, Vorhaben im Bereich digitaler Hochschulbildung nachhaltig in die Strukturen der sächsischen Hochschulen einzubinden bzw. diese Strukturen beratend und begleitend auszugestalten sowie darüber sowohl hochschulintern als auch hochschulübergreifend zu kommunizieren.

Es wird erwartet, dass die Hochschulen die DCA aktiv unterstützen (bspw. durch die Übernahme von Reisekosten, die Freistellung für Workshops/Netzwerktreffen und bei der Umsetzung von Vorhaben). 

Die DCA verpflichten sich dazu, Digitalisierungsprozesse dauerhaft an den sächsischen Hochschulen/Fakultäten/Instituten zu implementieren sowie für hochschulinterne und -externe Beratung, Vernetzung und Transfer zur Verfügung zu stehen.

__Muss vor der Teilnahme am Programm bereits ein hochschulbezogenes/-übergreifendes Entwicklungsvorhaben im Bereich digitaler Hochschulbildung definiert sein?

Nein, das ist keine zwingende Voraussetzung. Sofern es vonseiten der Hochschule bereits konkrete Ideen für Vorhaben gibt, können diese jedoch sehr gerne im Rahmen des Programms bearbeitet werden.

__Wie genau läuft das Programm ab?

Das Digital Change Agent Programm startet halbjährlich im März/September (Pilot: Oktober 2020) und hat einen Umfang von 90 Arbeitseinheiten (AE; 1 AE = 45 Minuten), welche innerhalb eines Jahres absolviert werden. Das Programm gliedert sich in jeweils drei Phasen.

 

Phase 1 – Ausbildung und Vernetzung (ca. 3 Monate, 40 AE)

  • Auftaktveranstaltung mit Impuls zu Netzwerkbildung
  • Workshops und Trainings zu Change-Management sowie Prozessberatung
  • (digitale) Studienreise an eine (inter)nationale Einrichtung zum Thema Digitale Hochschule bzw. Digitale Hochschulbildung
  • Bestimmung hochschulbezogener/-übergreifender Entwicklungsvorhaben im Bereich Digitalisierung der Hochschulbildung auf Ebene der Hochschule, ganzer Studiengänge bzw. der Lehr- und Studienorganisation, nicht jedoch einzelner Lehrveranstaltungen
  • Bildung von kleinen Teams für Phasen 2 und 3

Phase 2 – Praxis und Transfer (ca. 6 Monate, 30 AE)

  • Anstoßen/Umsetzen der Entwicklungsvorhaben in Rückkopplung mit dem Team (2 Mal)
  • 1 Treffen mit der eigenen Hochschulleitung zur
    • Vorstellung erster Ergebnisse
    • Klärung von Anliegen
    • strategischen Weiterentwicklung
    • Gestaltung hochschulinterner Kommunikation
  • Individuelles Projektcoaching und Feedback (1 Mal)
  • erste Einsätze als Multiplikator:innen

Phase 3 – Reflexion und Abschluss (ca. 3 Monate, 20 AE)

  • Feedback innerhalb des Teams zur Beratung und Begleitung
  • Gemeinsame Reflexion der umgesetzten Aktivitäten
  • Berichtlegung
  • Offizielle Abschlussveranstaltung und Auszeichnung als Digital Change Agent

__Welcher Aufwand ist mit einer Teilnahme am Digital Change Agent Programm verbunden?

Das Programm hat einen Umfang von 90 Arbeitseinheiten (AE; 1 AE = 45 Minuten), welche innerhalb eines Jahres absolviert werden. Das sind insgesamt ca. 9 Tage Arbeitsaufwand im Jahr.

__Welche Aufgaben mit welchem Arbeitsaufwand stehen perspektivisch in Zusammenhang mit dem Wirken als Digital Change Agent?

Da dies stark abhängig von den anschließend an Sie herangetragenen Anfragen bzw. Beratungsanliegen ist, können wir derzeit leider noch keine Aussage hierzu treffen. Wir empfehlen jedoch, sich nicht mehr als einem Vorhaben zur selben Zeit zu widmen.

Im weitesten Sinne werden Digital Change Agents beratend und begleitend bei digitalen Veränderungsprozessen an sächsischen Hochschulen tätig sein.

Außerdem ist zu erwarten, dass Digital Change Agents für Vernetzungs- und Transferveranstaltungen im Bereich der digitalen Hochschulbildung angefragt werden.

__Welche Vorteile ergeben sich für mich als Teilnehmde:n?

  • Individuelle Kompetenzentwicklung im Bereich Beratung sowie Change-Management
  • Möglichkeit des status- und hochschulübergreifenden Austausches
  • Erweiterung des persönlichen Netzwerks sowie Zugehörigkeit zu einem hochschulübergreifenden landesweiten Expert:innenkreis
  • Auszeichnung als Expert:in und Ansprechperson für das Thema Digitalisierung bzw. Spezialthemen innerhalb dieses Feldes
  • Mandat der Hochschulleitungen, Vorhaben im Bereich digitaler Hochschulbildung nachhaltig in die Strukturen der sächsischen Hochschulen einzubinden bzw. diese Strukturen beratend und begleitend auszugestalten sowie darüber sowohl hochschulintern als auch hochschulübergreifend zu kommunizieren
  • Erhöhung der persönlichen Sichtbarkeit und Anerkennung

__Welche Vorteile ergeben sich für die Hochschulen?

  • speziell ausgebildete Ansprechpersonen für das Management von Veränderungsprozessen, welche durch den digitalen Wandel bedingt sind
  • Verantwortliche für die Realisierung von hochschulspezifischen Digitalisierungsvorhaben an Schnittstellen der Lehrorganisation
  • Verbreitung und Transfer von Informationen sowie Impulsen aus der (sächsischen) Hochschullandschaft bzw. dem landesweiten Kompetenznetzwerk in die eigene Hochschule
  • Initiierung hochschulinterner Kommunikation zu/über Veränderungsprozesse

__Was kostet die Teilnahme am Digital Change Agent Programm?

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Es wird erwartet, dass die Hochschule die DCA aktiv unterstützt (bspw. durch die Übernahme von Reisekosten, die Freistellung für Workshops/Netzwerktreffen und bei der Umsetzung von Vorhaben) und dass die DCA dazu beitragen, Digitalisierungsprozesse dauerhaft an ihren Hochschulen/Fakultäten/Instituten zu implementieren sowie ihre Erfahrungen in die Breite zu tragen.

__Ich wurde nominiert, allerdings läuft mein Arbeitsvertrag innerhalb der Laufzeit des Digital Change Agent Programms aus. Kann ich dennoch teilnehmen?

Leider nein. Die Teilnahme am Programm ist nur möglich, wenn Sie mindestens bis zum Abschluss des Programms an einer staatlichen sächsischen Hochschule beschäftigt sind.

__Findet das Programm in Präsenz statt?

Mit Ausnahme von zwei eintägigen Präsenz-Workshops planen wir in der gegenwärtigen Situation alle Veranstaltungen digital.

__Wie arbeiten Digital Change Agents und Hochschulen zusammen?

Die konkrete Ausgestaltung der Zusammenarbeit von DCA und Hochschule ist individuell zu vereinbaren. Digital Change Agents entwerfen im Rahmen der Qualifizierungsangebote mögliche Projektvorhaben, welche sie der jeweiligen Hochschule (Rektorat, Fakultät, Institut, …) vorstellen. Gemeinsam einigen sich Hochschule und DCA auf ein gemeinsames Vorgehen.

__Woher stammt die Idee für das Digital Change Agent Programm?

Das Digital Change Agent Program wurde ausgehend von Empfehlungen des Hochschulforums Digitalisierung konzipiert. Insbesondere zu nennen ist hier das Arbeitspapier Nr. 16 "Zur nachhaltigen Implementierung von Lerninnovationen mit digitalen Medien", zu finden hier.

__Kann die Teilnahme am Digital Change Agent Programm im Rahmen des Sächsischen Hochschuldidaktik-Zertifikats anerkannt werden?

Aufgrund der unterschiedlichen Zielrichtungen der Angebote ist eine Anerkennung der Teilnahme am Digital Change Agent Programm im Rahmen des grundständigen Hochschuldidaktik-Zertifikats (240 AE) leider nicht möglich.

Es besteht allerdings die Option, die Teilnahme am Digital Change Agent Programm und das Hochschuldidaktik-Zertifikat zu „kombinieren“ und dadurch das Hochschuldidaktik-Zertifikat plus (330 AE) zu erwerben, das in seinem Umfang internationalen Standards entspricht.

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Das Angebot wird durch die DHS-Projektkoordination im HDS realisiert und koordiniert. Das Digital Change Agent Programm ist Teil des Kooperationsprojektes „Digitalisierung der Hochschul-bildung in Sachsen“ (DHS), welches gemeinsam vom HDS und dem Arbeitskreis E-Learning der Landesrektorenkonferenz (AK E-Learning) koordiniert sowie vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert wird.

Ablauf des Digital Change Agent Programms

Das Digital Change Agent Programm startet halbjährlich im März / September (Pilot: Oktober 2020) und hat einen Umfang von 90 Arbeitseinheiten (AE; 1 AE = 45 Minuten), welche innerhalb eines Jahres absolviert werden. Das Programm gliedert sich in jeweils drei Phasen.


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Phase 1 – Ausbildung und Vernetzung (ca. 3 Monate, 40 AE)

Phase 2 – Praxis und Transfer (ca. 6 Monate, 30 AE)

Phase 3 – Reflexion und Abschluss (ca. 3 Monate, 20 AE)

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