Die Nachfrage nach berufsbegleitenden Studiengängen steigt in Deutschland kontinuierlich an (BiBB 2015). Die Organisation des Studiums ist dabei sehr heterogen: neben Fernstudiengängen bieten immer mehr Hochschulen auch Präsenzstudiengängen an, die als Blockveranstaltungen, Teilzeitstudiengänge oder Abendstudium organisiert werden. Eine bundesweite Befragung zur Herkunft berufsbegleitender Studierender hebt hervor, dass ein Großteil zur Gruppe der so genannten Bildungsaufsteigenden gezählt werden kann. Das berufsbegleitende Studium bildet folglich einen Grundpfeiler zur Überwindung von schichtbedingter Bildungsungleichheit in Deutschland. Weiterhin kennzeichnen sich berufsbegleitende Studierende durch eine breite Altersstreuung. So entscheiden sich beispielsweise auch mehr Menschen nach dem 40. Lebensjahr ein berufsbegleitendes Studium aufzunehmen (BMBF 2016). Dies liegt bei einem Teil daran, dass Sie mit Führungsaufgaben betraut wurden, für die sie ein Studium nachweisen müssen. Bei einem anderen Teil kommt gerade in dieser Lebensphase zu einer Konsolidierung der Berufsbiographie. Diese Beschreibung lässt erkennen: die Gruppe der berufsbegleitenden Studierenden ist heterogen und verfolgt oftmals sehr unterschiedliche Studienziele und Motivationen. Ihre Zeitbudgets sind mit Blick auf die Vereinbarkeitstrias von Beruf, Studium und familiärer Verpflichtung eingeschränkt, das Studium muss gut organisiert und strukturiert sein. Während grundständig Studierende durch das Studium einen ersten Einblick in Themenfelder erhalten möchten, existieren bei berufsbegleitend Studierenden klare Problemstellungen im Berufsalltag, die durch das Studium aufgelöst oder zumindest besser bewältigt werden sollen, d.h. berufsbegleitend Studierende haben oftmals genau kalkulierte Outcome-Orientierungen.

Der Kurs soll einführen in die Besonderheiten berufsbegleitender Studierender und das Verständnis für deren Bildungsbiographien und Erwartungshaltungen stärken. Daran anknüpfend soll ein Management von Erwartungshaltungen der Lehrenden und Lernenden - unter Einbeziehung der Erfahrungen der Teilnehmenden - besprochen werden, gerade auch mit Blick auf die unterschiedlichen Anforderungen von Präsenz- und Onlinelehre. Beide Lehrformate werden im Fortgang des Kurses genauer betrachtet und didaktische Leitlinien wie auch geeignete Methoden für Lehrveranstaltungen mit berufsbegleitenden Studierenden vorgestellt. 



Ziele

Die Teilnehmenden...

  • kennen die Besonderheiten der Biographien berufsbegleitender Studierender.
  • verstehen die Notwendigkeit eines Erwartungsmanagements zwischen Lehrenden und berufsbegleitend Studierenden und werden befähigt, ein solches Erwartungsmanagement mit begleitenden Methoden durchzuführen.
  • kennen und reflektieren geeignete Methoden für die Lehre in berufsbegeitenden Studiengängen.
  • kennen und reflektieren didaktische Elemente von Lehr-Lernsettings in berufsbegleitenden Studiengängen.



Datum
: 18.05.2022, 09:00–16:30 Uhr

Kosten: kostenfrei (für Lehrende der HDS-Mitgliedshochschulen)

Ort: Online-Workshop (Link wird vor Veranstaltungsbeginn verschickt)

Arbeitseinheiten: Beraten, Begleiten & Interaktion (BBI) – 4 AE, Methoden, Medien & Digitales (MMD) – 2 AE und Lehr-/ Lernplanung & Curriculumsentwicklung (LLC) 2 AE

Kursleitung: Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig

Anmeldung per Mail an: programm@hd-sachsen.de (Anmeldeschluss 11.05.2022)