Wie Lehrende ihre Lehrpraxis gestalten und welche Lerngelegenheiten sie für Studierende schaffen, hängt auch und ganz wesentlich davon ab, welche Haltungen und Einstellungen sie zum Lernen und Lehren haben. In diese Haltungen fließen ihr Wissenschaftsverständnis und Erfahrungen, die sie selbst mit dem Lernen und in Bildungsinstitutionen gemacht haben, ebenso ein wie didaktisches und lerntheoretisches Wissen, das sie durch Weiterbildung und Lektüre erwerben. Haltungen zur Lehre werden durch gesellschaftliche und institutionelle Normen beeinflusst und durch Erwartungen, die Studierende, Vorgesetzte, die Hochschule als Institution usw. an sie richten.

Weil Haltungen zur Lehre unterschiedliche Werte zu Grunde liegen, können Sie mit Ihrer Umgebung aber auch mit sich selbst darüber in Konflikt geraten. Oft setzen die institutionelle und organisatorische Rahmenbedingungen Grenzen, die es schwer machen die Lehrpraxis inhaltlich und methodisch den eigenen Haltungen entsprechend zu gestalten. Dann gilt es Kompromisse zu schließen, Spielräume zu nutzen oder Veränderungen einzuleiten, um trotzdem motiviert und erfolgreich lehren zu können.

Im Seminar werden Sie Ihre Haltungen zur Lehre formulieren und reflektieren und daraus im Austausch mit anderen Lehrenden Handlungsmöglichkeiten für die Lehrpraxis ableiten. Die Arbeit an der eigenen Lehrhaltung wird dabei u.a. durch Schreibübungen so gestaltet, dass Ergebnisse für Lehrportfolios oder ähnliche Darstellungen der eigenen Lehre für Dritte genutzt werden können.

Ablauf

  • 08.07.22: Präsenzworkshop (8 AE)
  • dazwischen: asynchrone Phase (4 AE)
  • 15.07.22: gemeinsames Online-Follow-Up (4 AE)

Ziele

Die Teilnehmenden

  • kennen hochschuldidaktische Lehrkompetenzmodelle und die Bedeutung von Lehr-Lern-Überzeugungen
  • formulieren und bearbeiten ihre Lehrkonzepte und Lehrphilosophie (z.B. auch für Lehrportfolios u.ä.)
  • nutzen Selbstreflexion und Fremdwahrnehmungen (z.B. durch kollegiales Feedback), um Kohärenz zwischen Haltungen und Praxis herzustellen und/oder Konflikte zu identifizieren
  • kennen Möglichkeiten zum Umgang mit Wertekonflikten und Dilemmata in der Lehrpraxis und setzen sie im Rahmen kollegialer Fallberatung ein
  • verorten sich in der Lehrkultur des Faches/Instituts und schätzen ein, welche Rahmenbedingungen förderlich/hinderlich sind

Datum: 08.07. (09:00–16:00 Uhr) & 15.07.2022 (09:00–12:30 Uhr)

Kosten: kostenfrei (für Lehrende der HDS-Mitgliedshochschulen)

Ort: Blended Learning Workshop

Veranstaltungsort für Präsenztermin:

Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen

Universität Leipzig

Marschnerstr. 31 | Haus 6 | Seminarraum

04109 Leipzig

Arbeitseinheiten: Evaluieren, Reflektieren & Qualitätsentwicklung (ERQ) – 16 AE

Kursleitung: Dr. Cornelia Kenneweg

Anmeldung per Mail an: beatrice.hartung@hd-sachsen.de (Anmeldeschluss 01.07.2022)