Das Verbundprojekt Lehrpraxis im Transfer fördert vier Lehr-Lern-Projekte die in Kooperationen zwischen sächsischen Universitäten und sächsischen Hochschulen der angewandten Wissenschaft


Für die sechste Projektkohorte wurden 12 Anträge von Verbunduniversitäten und angewandten Hochschulen eingereicht, aus denen der Wissenschaftliche Beirat des HDS gemeinsam mit dem Studentischen Projektbeirat des Verbundprojektes Lehrpraxis im Transfer und dem AK E-Learning vier Lehr-Lern-Projekte auswählte, die von April 2017 bis März 2018 aus Mitteln des BMBF gefördert werden.
Am 11. November 2016 wurden die geförderten Lehrkooperationen im Rahmen des HDS.Forum Lehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden bekannt gegeben.

6. Projektkohorte: April 2017 – März 2018

Ingenieure und Holzgestalter – innovation engineering für gestaltungsorientierte Berufsbilder der HS-Region Chemnitz

Prof. Angelika C. Bullinger-Hoffmann (TU Chemnitz, Fakultät Maschinenbau)

Prof. Jacob Strobel (WHS Zwickau, Angewandte Kunst Schneeberg)

Innovative Produktgestaltung nutzt Synergien aus Praxis und Theorie mittels medienbasierter Kooperation. Studierende der TU Chemnitz lehren und lernen Innovationsmanagement für den Produktinnovationsprozess – von der Ideenfindung über Fragen der Usability hin zur Nachhaltigkeit neuer Produkte. Sie optimieren die erste Phase des Innovationsprozesses für Produkte der Studierenden der Angewandten Kunst Schneeberg. Dabei machen sich die Chemnitzer die Methoden der digitalen Wissensvermittlung zu Eigen und stellen den Holzgestaltern in Schneeberg selbstproduzierte Lehrvideos oder -audios zu Kreativitätstechniken zur Verfügung. Die Studierenden der AKS optimieren so ihren Ideenfindungsprozess und tragen durch Reflexion der Videos auf Inhalt und Usability zur iterativen Verbesserung dieser bei. Diese Lernszenarien sind angelehnt an reale Arbeitsszenarien und führen Studierende somit nah an ihre zukünftigen Berufsfelder heran. Das beste Video wird mit einem Exemplar des daraufhin entwickelten Produkts von den Studierenden der AKS prämiert. Die Projektpartner stärken damit die Verbindung zwischen Theorie und Praxis und fördern die Fähigkeiten der Studierenden im Umgang mit digitalen Methoden in der innovativen Projektarbeit von morgen. Aus der Einzelarbeit des Designprozesses entwickelt sich so langfristig ein vernetzter, ortungebundener und kooperativer Ansatz regionaler Zusammenarbeit.

 

Integrative Lehre in Personalwirtschaft in Form kollaborativer Fallstudienarbeit im Virtuellen Raum

Prof. Eric Schoop (TU Dresden, Fakultät Wirtschaftswissenschaften)

Prof. Ralph Sonntag (HTW Dresden, Fakultät Wirtschaftswissenschaften)

Konkretes Ziel des beantragten Vorhabens ist die Realisierung eines lernerzentrierten, integrativen Lehrangebotes im Umfang von 5 ECTS zum Thema Personalwirtschaft im Rahmen kooperativer Lehre zwischen den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten an der Technischen Universität Dresden und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Das Lehrangebot wird an den beiden Partnerhochschulen in vorhandene, fachlich geeignete Module der jeweiligen Bachelor-Studiengänge eingebracht.

Mit Hilfe speziell zu konfigurierender, informationstechnischer Lösungen für das kollaborative Lernen im Virtuellen Raum sollen Bachelorstudierende beider Hochschulen in Form gemischter Kleingruppen integriert werden und gemeinsam unter teletutorieller Betreuung an speziell entwickelten Fallstudien zum Thema Personalwirtschaft selbstständig arbeiten. Dieses aktive Arbeiten in authentischen, praxisnahen Szenarien fördert neben der Entwicklung sozialer Kompetenzen, Medienkompetenzen und der Selbstorganisation vor allem eine anwendungsorientierte Vertiefung des Fachwissens. Möglich wird diese integrative, kooperative Lehre durch den Einsatz von E-Learning in Form eines Flipped Classroom Ansatzes, der einen sinnvollen Mix an Präsenz- und virtueller Lehre bereitstellt.

Zur Verstetigung des Ergebnisses soll neben dem konkreten integrativen Modul zur Personalwirtschaft auch ein didaktisches, organisatorisches und technisches Framework entwickelt, erprobt und auf seine Skalierbarkeit auf auf ähnliche Lehrbedarfe zwischen anderen Fakultäten an beiden Hochschulen, bei denen dadurch Synergien geschaffen werden, untersucht werden. 

 

Reallabor – eine hochschuldidaktisch innovative und interdisziplinäre Methode des Lernens und Lehrens

Prof. Johannes Ringel, Dr.Tanja Korzer (Universität Leipzig, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft), Prof. Dr. Fritz Klauser (Universität Leipzig, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Institut für Wirtschaftspädagogik)

Prof. Ronald Scherzer-Heidenberger (HTWK Leipzig, Fakultät Architektur und Sozialwissenschaften)

Die Erfahrungen im universitären Lehrbetrieb zeigen, dass Studierende besonders starke Defizite bei der Übertragung analytischen Wissens in konzeptionelle Ansätze und deren praktische Umsetzung aufweisen. Es fehlt an den grundlegenden Kenntnissen zur Übertragung des Wissens, sowie an selbst gesammelter Praxiserfahrung. Genau an dieser Stelle setzt das Projekt ReaL.L gezielt an. ReaL.L entwickelt ein inter- und intradisziplinäres Lehr-und Lernarrangement im Bereich der Stadt- entwicklung und Stadtplanung. Der Begriff „Reallabor“ dient hierbei nicht als leere Worthülse, um einen praxisnahen Zusammenhang zu signalisieren, sondern verkörpert den „Echtzeitcharakter“ des kooperativen Lehrprojektes. Der interdisziplinären Wissensvermittlung folgt unmittelbar die Umsetzungskonzeption eines konkreten Anwendungsfalls, sowie die daraufhin folgende Realisierung in der Praxis. Die Studierenden/Lehrenden haben somit die Möglichkeit aktiv, kreativ und selbständig Stadtplanungsprozesse zu beleuchten und werden an die Aufgabe des „moderierenden Planens“ herangeführt, um Kollaborationsprozesse erfolgreich zu gestalten. In komplexen Situationen sind die Absolventen somit in der Lage die unterschiedlichsten Akteursinteressen zu analysieren, abzuwägen und umsetzbare sowie konstruktive Lösungen zu finden. Neben der Stärkung der Kooperation zwischen der Universität Leipzig, der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur und der Stadt Leipzig und der damit verbundenen Optimierung der Lehre, soll eine Übertragbarkeit der Methodik auf andere Fakultäten gewährleistet werden. Die didaktisch-methodische Überarbeitung für eine anwendbare innovative und interdisziplinäre Lehr- und Lernmethode erfolgt durch die Aufbereitung der Projekt- und Evaluationsergebnisse. 

Entwicklung und Verstetigung eines interdisziplinären, hochschulübergreifenden, projektbasierten Lehrangebotes am Beispiel des interaktiven, virtuellen 3D-Stadtführers "Dresden früher und heute“

Dr. Sander Münster (TU Dresden, Medienzentrum)

Dr. Kristina Friedrichs (TU Dresden, Institut f. Kunst- und Musikwissenschaften)

Dr. Danilo Schneider (TU Dresden, Institut f. Geowissenschaften)

Prof. Dr. Markus Wacker (HTW Dresden, Computergraphik)

Im Rahmen des Lehr-Lern-Projektseminars soll von Studierenden und Lehrenden gemeinsam ein Lehrangebot zur disziplin- und hochschulübergreifenden projektbasierten Lehre eingerichtet und evaluiert werden. Das Lehrangebot dient (a) dem Aufbau interdisziplinärer Projektkompetenz sowie der Vertiefung und Anwendung fachwissenschaftlicher Kenntnisse bei den teilnehmenden Studierenden, (b) der Befähigung von angehenden Lehrenden in der Durchführung projektbasierter Lehre und wird (c) im Rahmen der Qualifikationsprojekte der Nachwuchsgruppe „HistStadt4D - Multimodale Zugänge zu historischen Bildrepositorien“ (www.visualhumanities.org) verstetigt und fortgeführt. Praktisch nachnutzbares Ergebnis des Lehrangebotes ist ein öffentlich zugänglicher, interaktiver Stadtführer "Dresden früher und heute“. Darüber hinaus entsteht ein mehrfach validiertes Lehr-Lernkonzept in Form eines Kurshandbuches sowie von Lehrmaterialen zur Anwendung in späteren, nicht mehr geförderten Durchgängen der Lehrveranstaltung.