Das Verbundprojekt Lehrpraxis im Transfer plus fördert vier Lehr-Lern-Projekte, die in Kooperationen zwischen sächsischen Universitäten und sächsischen Hochschulen der angewandten Wissenschaft stattfinden


Für die siebte Projektkohorte wurden 14 Anträge von Verbunduniversitäten und angewandten Hochschulen eingereicht, aus denen der Wissenschaftliche Beirat des HDS gemeinsam mit dem Studentischen Projektbeirat des Verbundprojektes Lehrpraxis im Transfer und dem AK E-Learning vier Lehr-Lern-Projekte auswählte, die von April 2018 bis März 2019 aus Mitteln des BMBF gefördert werden. 

Poster Aktive Lehre taff.jpg 1280x1813 Pixel, 554705 Bytes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interdisziplinäre Professionalisierung von GrundschullehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen in schwierigen Praxissituationen in der HS-Region Leipzig

Jun.-Prof. Dr. Almut Krapf (Universität Leipzig, Erziehungswissenschaftliche Fakultät)

Prof. Dr. Grit Behse-Bartels (HTWK Leipzig, Fakultät Architektur und Sozialwissenschaften)

Der kleinste gemeinsame Nenner im Aufgabenbereich von GrundschullehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen liegt im Bereich der Entwicklungs- und Gesundheitsförderung von Kindern. Beide Berufsgruppen haben auf der Metaebene das gleiche Ziel und stehen oft vor Herausforderungen, die sie gemeinsam bewältigen müssen. Studien weisen darauf hin, dass die Kooperation zwischen LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen in der Berufspraxis Konflikte, zum Teil im Hinblick auf strukturelle Anforderungen aber auch in der mangelnden persönlichen Bereitschaft Kooperation einzugehen, offenlegen (Speck, Olk & Stimpel, 2011). Obgleich Studierende Entwicklungsförderung im Kindesalter in ihrem jeweiligen Studiengang behandeln, fehlt ein interdisziplinärer Austausch während des Studiums. Das Lernziel dieses Lehr-Lernprojektes (LLP) ist es, die Problemlösekompetenz und gemeinsame Handlungskompetenz der Studierenden des Studiengangs Soziale Arbeit und des Grundschullehramtstudiums zu stärken und einen Perspektivwechsel als Grundlage für professionelles Handeln in der späteren Berufspraxis zu ermöglichen. Dies wird zum einen durch eine Sensibilisierung für schwierige Situationen, die in interdisziplinären Teams auftreten können, erreicht. Zum anderen können die Studierenden nach diesem Seminar Methoden zur individuellen und interdisziplinären Lösungsfindung in diesem Zusammenhang anwenden. Dafür wird der didaktische Ansatz des problembasierten Lernens (PBL) herangezogen, wobei Lösungsstrategien für authentische Praxissituationen gemeinsam und selbstgesteuert entwickelt werden. Das Potential dieses LLP liegt in der Ressourcenbildung, die durch Perspektivwechsel, Reflexion und erste Erfahrungen im Umgang mit schwierigen Situationen geschaffen werden und damit die Interdisziplinarität fördern.

Poster_thermoACTIVE.jpg 1280x1809 Pixel, 2462735 Bytes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Didaktisches Konzept zur aktiven Verständnissicherung und differenzierten Leistungsförderung in der Technischen Thermodynamik in der HS-Region Freiberg

Prof. Dr.-Ing. Tobias Fieback (TU Bergakademie Freiberg, Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik)

Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Joachim Kretzschmar (Hochschule Zittau/Görlitz, Fakultät Maschinenwesen)

thermoACTIVE ist ein didaktisches Konzept zur aktiven Verständnissicherung und differenzierten Leistungsförderung in der Technischen Thermodynamik und zeichnet sich insbesondere durch die Anwendbarkeit auf verschiedene Standorte mit unterschiedlichen Studierendenzahlen, Vorwissen und Schwerpunkten aus. Als Basis für thermoACTIVE dient ein breit aufgestelltes, interaktives und in OPAL integriertes Übungssystem, in dem für Studierende Rechenaufgaben zu allen Themen der Vorlesung Technische Thermodynamik in einem breiten Leistungsniveau hinterlegt sind. Nach der herkömmlichen Lösung der Aufgaben werden die Ergebnisse dann in wieder in thermoACTIVE eingegeben. Die Interaktiven Rückmeldungen zu den eingegeben Lösungen geben den Studierenden ein neues Mittel an die Hand, um auch beim selbstständigen Rechnen gezielt auf die problematischen Stellen zu kommen und diese zielgerichtet lösen zu können. Das hilft jeder Leistungsklasse beim Erkentnisgewinn sowie der Erkenntnissicherung und erhöht dadurch automatisch auch die Motivation. Die Rückmeldung der Lösungsprobleme von thermoACTIVE an die Lehrenden ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Reflexion der Lehre und damit zur zielgerichteten Optimierung des Lehrinhalts und der Lehrmethode, spezifisch ausgerichtet auf die Inhalte, Vorwissen und Schwerpunkte des jeweiligen Standortes. Darüber hinaus ermöglicht thermoACTIVE eine differenzierte Leistungsförderung, so dass die Leistungsmitte besser auf die anstehenden Prüfungen vorbereitet wird und die Leistungsspitze ein Niveau erreichen kann, welches deutlich über die reine Prüfungsleistung hinausgehen kann.

Poster_IRPW18.jpg 1280x1810 Pixel, 1999131 Bytes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Industry and Research Project Week in der HS-Region Dresden 

Prof. Dr. Swen Günther  (HTW Dresden, Fakultät Wirtschaftswissenschaften)  

Jun.-Prof. Dr. Jens Krzywinski (TU Dresden, Fakultät Maschinenwesen)

In der "Industry and Research Project Week" (IRPW) sollen von Studenten innovative (technische) Produkte in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und für/ mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entwickelt werden. Dabei handelt es sich um ein praxisnahes, interdisziplinäres Lernangebot für Studenten im Masterrespektive Diplomstudium im Umfang von 5 ECTS. Die Realisierung erfolgt im Rahmen einer kooperativen Lehrveranstaltung (Projektwoche) zwischen der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der HTW Dresden und der Fakultät Maschinenwesen der TU Dresden. 

Für das kollaborative Lernen sollen Master-/ Diplom-Studierende beider Hochschulen in Form gemischter Kleingruppen zusammengeführt werden und gemeinsam – unter tutorieller Betreuung – an konkreten Fallbeispielen selbstständig arbeiten. Der Zeitumfang beträgt eine Woche. Die Fallbeispiele beziehen sich auf neue Technologien und Materialien sowie deren wirtschaftlichen Transfer in die Praxis. Als Partner für die Projektwoche stehen deshalb u. a. das Fraunhofer IWU, Dresden, sowie die Kunsthochschule Halle/S. "Burg Giebichenstein", zur Verfügung. Die Problemstellungen und Fallbeispiele stammen direkt von KMU aus der Region.

Die aktive Arbeit in authentischen, praxisnahen Szenarien fördert neben der Entwicklung sozialer, technischer und wirtschaftswissenschaftlicher Kompetenzen vor allem eine anwendungsorientierte Vertiefung des Fachwissens. So durchlaufen die Studierenden innerhalb einer Woche den kompletten Innovations- und Transferprozess mit den Phasen Ideengenerierung, -bewertung und -umsetzung. In diesem Zusammenhang entstehen die Ideen nicht nur "auf dem Papier", sondern können durch die Zuhilfenahme der Projektpartner unmittelbar umgesetzt werden.  

Weitere Informationen zum Projekt: merlin, Das Magazin von smart³ – Innovationsnetzwerk smart materials, Ausgabe 2/ 2018; Fotos: Frithjof Meinel (rechts); Christoph Rafoth (links)

Kooperatives Lernen und Peer-Tutoring im Interdisziplinären Studiengang Energy Efficiency and Englishes in der HS-Region Chemnitz

Prof. Dr. Josef Schmied (TU Chemnitz, Philosophische Fakultät )

Prof. Dr.-Ing. Ralf Hartig (HS Mittweida, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen)

Im Projekt Kooperatives Lernen und Peer-Tutoring im interdisziplinären Studiengang Energy Efficiency & Englishes werden durch studentische Hilfskräfte höherer Semester Lehr- und Lernmaterialien für Module dieses Studiengangs in der Studieneingangsphase entwickelt und im darauffolgenden Semester in einschlägigen Veranstaltungen durch Peer-Tutor_innen gelehrt, evaluiert und weiterentwickelt. Der Studiengang Energy Efficiencies & Englishes ist ein innovativer, interdisziplinärer und interuniversitärer Bachelor-Studiengang, in dem Studierende sowohl ingenieurs- und technikwissenschaftliche Kompetenzen als auch kultur- und sprachwissenschaftliche Kompetenzen erwerben. Erstere werden am Institut für Energiemanagement der Hochschule Mittweida vermittelt, letztere am Institut für Anglistik/Amerikanistik der TU Chemnitz. 

Ziel des Projekts ist es, die Inhalte der Module "Einführung Energietechnik" und "Applied Linguistics" stärker an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen. Im Sommersemester 2018 werden dazu zwei Gruppen von studentischen Hilfskräften Übungsaufgaben nebst Beispiellösungen erstellen. Quelle für diese sind bei der Gruppe 1 (HSM, Modul "Einführung Energietechnik") reale Praxisprobleme von externen Partnern aus der Wirtschaft. Die zweite Gruppe (TUC, Modul "Applied Linguistics") nutzt zur Generierung der fachsprachlichen authentischen Beispiele die Zuarbeit der Gruppe 1 sowie Fachzeitschriften, Onlinevideos, Wörterbücher und Technologiedatenbanken. Im Wintersemester 2018/2019 finden diese Aufgaben Eingang in die Unterrichtspraxis der beiden Module, die zum Teil von den studentischen Hilfskräften unterrichtet werden. Die Unterrichtsmaterialien werden zudem für Selbstlernszenarien und zur Nutzung in den darauffolgenden Semestern weiterentwickelt.